Frau mit Pferd beim Reitunterricht

Pferdehaftpflicht vs. Hundehaftpflicht: Unterschiede im Überblick

Sowohl Pferde als auch Hunde gelten als Tierhalter-Risiko – doch die Versicherungen unterscheiden sich erheblich. Während die Hundehaftpflicht in vielen Bundesländern Pflicht ist und oft schon für unter 50 Euro/Jahr zu haben ist, kostet eine Pferdehaftpflicht deutlich mehr und ist freiwillig. Wir zeigen die wichtigsten Unterschiede bei Kosten, Leistungen, Deckungssummen und gesetzlichen Vorgaben.

Pflichtversicherung: Hund ja, Pferd nein

In vielen Bundesländern (z.B. Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen) ist die Hundehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben – teilweise für alle Hunde, teilweise nur für sogenannte Listenhunde. Wer ohne Versicherung erwischt wird, zahlt Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Bei Pferden gibt es keine Pflichtversicherung in Deutschland – dennoch ist sie dringend empfohlen, da die Gefährdungshaftung nach § 833 BGB unbegrenzt gilt.

Kosten: Hundehaftpflicht deutlich günstiger

Eine Hundehaftpflicht kostet im Schnitt 40-80 Euro/Jahr für normale Rassen, bei Listenhunden 100-200 Euro. Die Pferdehaftpflicht liegt bei 80-150 Euro/Jahr für ein Freizeitpferd, bei Turnierpferden oder mehreren Pferden auch darüber. Der Grund: Pferde verursachen statistisch höhere Schäden – ein ausgebrochenes Pferd auf der Autobahn kann Schäden im sechsstelligen Bereich anrichten, während bei Hunden meist kleinere Sach- oder Personenschäden entstehen.

Deckungssummen: Pferde brauchen mehr Schutz

Bei der Hundehaftpflicht reichen meist 3-5 Millionen Euro Deckungssumme pauschal für Personen- und Sachschäden. Bei der Pferdehaftpflicht empfehlen Experten mindestens 5-10 Millionen Euro, da Pferde aufgrund ihrer Größe und Kraft größere Schäden anrichten können. Besonders bei Unfällen mit Personenschäden (z.B. Reiter stürzt, Pferd verursacht Autounfall) können die Kosten enorm sein – eine zu niedrige Deckung reicht dann nicht aus.

Leistungsumfang: Unterschiedliche Schwerpunkte

Beide Versicherungen decken Sach-, Personen- und Vermögensschäden ab. Bei der Hundehaftpflicht sind oft folgende Zusätze wichtig: Mietsachschäden (z.B. zerkratzte Möbel), Schäden durch Welpen, Hüten fremder Hunde, Leinenzwang-Befreiung. Bei der Pferdehaftpflicht sind andere Bausteine relevant: Fremdreiterschutz (Reitbeteiligung), Mietsachschäden (Box, Paddock), Flurschäden, ungewollte Deckakte, Fohlen bei Deckakten, Teilnahme an Turnieren.

Besonderheiten Hundehaftpflicht

Listenhunde: Oft teurere Tarife oder Ablehnung
Welpen: Meist automatisch mitversichert (erste 6-12 Monate)
Mietwohnungen: Mietsachschäden wichtig (zerkratzte Türen, beschädigte Böden)
Hüten fremder Hunde: Oft kostenlos eingeschlossen
Auslandsaufenthalte: Meist EU-weit abgedeckt

Besonderheiten Pferdehaftpflicht

Fremdreiterschutz: Unverzichtbar bei Reitbeteiligungen
Turnierteilnahme: Manche Tarife schließen Turniere aus, andere decken bis zu bestimmten Klassen ab
Kutschfahrten: Oft extra versichern, da höheres Risiko
Mietsachschäden: Wichtig für Pensionspferde (Box, Paddock)
Deckakte: Zuchtstuten brauchen Schutz bei ungewollten Deckakten

Schadenbeispiele im Vergleich

Typischer Hundeschaden: Hund beißt Jogger, Behandlungskosten 2.000 Euro + Schmerzensgeld 1.500 Euro = 3.500 Euro Gesamtschaden.
Typischer Pferdeschaden: Pferd bricht aus und verursacht Autounfall, Sachschaden 12.000 Euro + Personenschaden (Schleudertrauma) 20.000 Euro = 32.000 Euro Gesamtschaden.
Der Unterschied zeigt: Pferde verursachen im Schnitt deutlich höhere Schäden.

Welche Versicherung brauche ich?

Beide Versicherungen sind unverzichtbar, wenn Sie das jeweilige Tier halten. Die Hundehaftpflicht ist in vielen Regionen Pflicht und sollte mindestens 3 Mio. Euro Deckung bieten. Die Pferdehaftpflicht ist freiwillig, aber dringend empfohlen – mit mindestens 5 Mio. Euro Deckung und den wichtigsten Zusatzbausteinen (Fremdreiterschutz, Mietsachschäden, Flurschäden). Nutzen Sie Vergleichsrechner, um das beste Angebot zu finden.

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Häufig gestellte Fragen

Ist die Hundehaftpflicht Pflicht, die Pferdehaftpflicht nicht?

Ja, in vielen Bundesländern ist die Hundehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Pferdehaftpflicht ist freiwillig, aber dringend empfohlen.

Warum ist die Pferdehaftpflicht teurer als die Hundehaftpflicht?

Pferde verursachen statistisch höhere Schäden. Ein ausgebrochenes Pferd kann Unfälle im sechsstelligen Bereich verursachen, während Hundeschäden meist kleiner sind.

Welche Deckungssumme ist bei Pferde- und Hundehaftpflicht empfohlen?

Hundehaftpflicht: 3-5 Mio. Euro pauschal. Pferdehaftpflicht: mindestens 5-10 Mio. Euro pauschal wegen höherem Schadenrisiko.

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