Ein Turniertag ist aufregend — und mit besonderen Risiken verbunden. Pferde sind gestresst, Menschenmengen, fremde Reiter. Was gilt versicherungsrechtlich auf dem Turniergelände?

Standard-Haftpflicht vs. Turniersport-Zusatz

Viele Basis-Tarife der Pferdehaftpflichtversicherung schließen Schäden beim organisierten Turniersport ausdrücklich aus. Begründung: Das Risiko beim Wettkampf gilt als erhöht und kalkulierbar höher als im Freizeitbetrieb.

Wer regelmäßig an Turnieren teilnimmt, benötigt entweder:

  • Einen Tarif, der Turniersport einschließt (oft Premium-Tarife), oder
  • Eine Turniersport-Zusatzklausel (Aufpreis je nach Anbieter 5–15 Euro/Jahr)

Was ist auf dem Turniergelände versichert?

Bei passendem Tarif sind auf dem Turniergelände versichert:

  • Schäden durch das Pferd an anderen Turnierpferden
  • Personenschäden durch das Pferd (Zuschauer, Reiter)
  • Sachschäden an Turnier-Infrastruktur
  • Schäden beim Einreiten und Freilauf

Was ist auf dem Turniergelände NICHT versichert?

  • Eigene Verletzungen des Reiters (dafür: Reitunfallversicherung)
  • Schäden am eigenen Sattel, Zaumzeug (dafür: Sachversicherung)
  • Tierarztkosten bei Verletzung des eigenen Pferdes (dafür: Pferdekrankenversicherung)

FN-Turnierlizenz und Versicherungspflicht

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) schreibt für Startberechtigungen keine obligatorische Privat-Haftpflicht vor. Dennoch empfehlen alle Turnierbüros ausdrücklich ausreichenden Versicherungsschutz — auf manchen Turnieren ist der Nachweis Voraussetzung.

Empfehlung: Turniersportler sollten einen Tarif mit eingeschlossenem Turniersport wählen — der Aufpreis ist gering, das Risiko ohne Schutz erheblich.