Der Extremfall: Pferd auf der Autobahn

Klingt unvorstellbar, passiert aber mehrfach im Jahr: Ein Pferd bricht aus, läuft auf eine Autobahn und verursacht Massenkarambolagen. Die Schäden können schnell in die Hunderttausende oder Millionen gehen.

Reale Zahlen aus Deutschland

Laut Polizeistatistiken gibt es jährlich rund 5–15 schwere Autobahn-Unfälle mit großen Nutztieren (Pferde, Rinder, Schweine). Die Schadenshöhe variiert stark:

  • Einfacher Auffahrunfall mit einem beteiligten Fahrzeug: 10.000–50.000 EUR
  • Kettenreaktion mit mehreren Fahrzeugen: 100.000–500.000 EUR
  • Unfall mit Verletzten oder Todesfällen: Millionen EUR

Wer haftet?

Der Tierhalter haftet nach §833 BGB. Das ist eindeutig. Die Frage ist, wie der Tierhalter überhaupt in diese Situation geraten konnte:

  • War der Zaun zur Autobahn mangelhaft?
  • Hat jemand ein Tor offengelassen?
  • Hat ein Dritter das Tier erschreckt?

Was zahlt die Haftpflicht?

Die Pferdehaftpflicht zahlt alle berechtigten Schadenersatzansprüche – bis zur Deckungssumme. Exakt deshalb sind 3 Mio. EUR Mindestdeckung so wichtig: Auf der Autobahn kann diese Summe schnell überschritten werden.

Was passiert, wenn die Deckungssumme nicht reicht?

Der Halter muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Bei einem Massenunfall mit mehreren Verletzten kann das den finanziellen Ruin bedeuten. Deshalb empfehlen Experten für Pferdehalter nahe Autobahnen oder Bundesstraßen eine Deckungssumme von mindestens 5–10 Mio. EUR.

Prävention: Was kann der Halter tun?

  • Zäune regelmäßig prüfen und instand halten
  • Autobahn-nahe Koppeln mit höheren Zäunen sichern
  • Elektrische Zäune warten und kontrollieren
  • Tore immer zweifach sichern